JTL-Software
JTL Cloud ERP: Die Warenwirtschaft im Browser kommt. Was heute schon geht und was du vorbereiten kannst.
JTL Cloud ERP bringt die Wawi in den Browser, als MVP ab 2026 geplant. Was JTL Cloud, JTL-Wawi Cloud und Wawi 2.0 heute können und wie du dich vorbereitest.
Tobias Maier8 Min. Lesezeit
Seit JTL im Januar 2026 die JTL Cloud vorgestellt hat, kommt in fast jedem Gespräch dieselbe Frage: Läuft die Wawi bald im Browser, und muss ich dafür etwas tun? Die kurze Antwort: Ja, JTL baut eine Warenwirtschaft im Browser, nennt sie JTL ERP Cloud und plant sie als MVP ab 2026. Heute, Stand Oktober 2026, kannst du sie noch nicht buchen. Was du heute buchen kannst, heißt ebenfalls Cloud, ist aber etwas anderes. Dieser Artikel sortiert die drei Begriffe, zeigt, was mit JTL-Wawi 2.0 jetzt schon geht, und gibt dir eine Checkliste für die Zeit bis zur Browser-Wawi.
Drei Dinge heißen bei JTL „Cloud“
Wer auf jtl-software.com nach Cloud sucht, landet auf drei Seiten mit drei Produkten. Die Namen überlappen sich, die Sache dahinter unterscheidet sich deutlich.
JTL-Wawi Cloud
Deine heutige Wawi, gehostet auf Servern von JTL und dem Partner ecomDATA in deutschen Rechenzentren. Zugriff per Browser, Remote Desktop oder CloudAPP Launcher, auch vom Mac. Pakete ab 49,99 € netto im Monat, Backups alle 60 Minuten, keine Mindestlaufzeit. Heute buchbar.
JTL Cloud (Plattform)
Die neue Grundlage, auf der JTL-Wawi 2.0 mit Cloud-Apps zusammenarbeitet: JTL ID als Login, JTL Hub als Verwaltung für Apps, Mitarbeitende, Rollen und Rechte, dazu Apps wie Shipping 2.0, Returnless und JTL-Archive. Die Wawi bleibt bei dir und verbindet sich verschlüsselt. Open Beta.
JTL ERP Cloud
Die Warenwirtschaft selbst im Browser, mit zentralen Updates und unabhängig vom Betriebssystem. Laut JTL als MVP „geplant 2026+“; Preise und Buchungsdatum nennt JTL noch nicht. Das ist das Produkt, das die meisten meinen, wenn sie nach der „Wawi im Browser“ fragen.
Was mit JTL-Wawi 2.0 heute schon geht
JTL-Wawi 2.0 ist seit März 2026 als Stable Release verfügbar. Die Wawi bleibt eine lokal installierte Anwendung, läuft jetzt auf .NET 8 und soll laut JTL in datenintensiven Prozessen bis zu 30 Prozent schneller sein. Der wichtigere Teil steckt unter der Oberfläche: 2.0 ist die technische Basis für die JTL Cloud. Die neuen Cloud-Dienste bauen darauf auf, ältere Versionen bekommen keine Verbindung mehr.
- Hybridmodell: Die Wawi läuft weiter auf deinem Server oder Rechner, Cloud-Apps kommen über den JTL App Store dazu, der sich noch im Aufbau befindet.
- JTL ID und JTL Hub: Ein zentrales Konto mit Zwei-Faktor-Authentifizierung und Passkeys, darüber die Verwaltung von Apps, Mitarbeitenden, Rollen und Rechten. Der Hub soll das Kundencenter langfristig ablösen.
- Apps im Pilot- und Beta-Betrieb: Returnless für Retouren, JTL-Archive für die GoBD-konforme Belegarchivierung und Shipping 2.0 als Multi-Carrier-Versand, dessen Open Beta JTL für das zweite Quartal 2026 angekündigt hatte.
- Fristen, die schon galten: Der Cloud-Tunnel v1 wurde im Juni 2026 abgeschaltet, und DHL sowie DPD stellen ihre bisherigen Schnittstellen ein. Wer Cloud-Dienste oder diese Versender nutzt, braucht 2.0.
- Nutzung ab der Edition JTL Start: JTL nennt keine Preise für die Plattform und kündigt Details zu den Editionen für einen späteren Zeitpunkt an.
Was JTL für die Browser-Wawi angekündigt hat
Für JTL ERP Cloud nennt JTL drei Versprechen: Die Anwendung läuft im Browser, unabhängig vom Betriebssystem; Updates kommen zentral, ohne Installation auf jedem Rechner; Standorte und Partner lassen sich sicher vernetzen. Auf der Roadmap stehen daneben Bausteine, die eine Browser-Wawi erst vollständig machen: eine Workflow-App zur Automatisierung von Geschäftsprozessen, ein WMS Dashboard mit Lagerkennzahlen in Echtzeit, eine Worker-Status-App für die Überwachung der Synchronisation, GraphQL und eine erweiterte REST-API, ein Event Bus mit Webhooks, ein App Store, Abo- und Organisationsverwaltung sowie Business Intelligence und KI-gestützte Empfehlungen.
Was JTL noch nicht nennt, ist ebenso wichtig: ein Freigabedatum, Preise und die Antwort auf die Frage, ob die Browser-Wawi die lokale Wawi irgendwann ablöst oder dauerhaft daneben steht. In der Entwicklerdokumentation ist „Cloud ERP“ heute die Laufzeitumgebung, in der Apps im Browser laufen, mit JTL-Wawi als Datenzentrum dahinter. Das passt zum Hybridmodell: Erst wandern Dienste in den Browser, die Wawi folgt als MVP.
Was das für deinen Betrieb bedeutet
Du hast eine lokale Wawi und willst sie behalten
Dann ist das Update auf JTL-Wawi 2.0 der einzige Pflichtschritt, und zwar wegen der Versandschnittstellen und der Cloud-Verbindung, nicht wegen der Browser-Wawi. Alles Weitere bleibt deine Entscheidung: Shipping 2.0 kannst du testen, sobald es für dich freigegeben ist, Returnless und JTL-Archive ebenso. Deine Scanner, Etikettendrucker und der Packtisch arbeiten weiter wie bisher, weil die Wawi dort bleibt, wo sie ist.
Du willst keinen eigenen Server mehr
Dafür gibt es die JTL-Wawi Cloud heute. Die Wawi Cloud nimmt dir Server, Updates, Virenschutz und Backups ab und ist vom Mac und aus dem Homeoffice erreichbar. Es bleibt aber die Windows-Wawi auf einem Remote-Server: Jede Eingabe läuft über die Verbindung, lokale Hardware muss durchgereicht werden, und bei JTL-WMS mit hohem Pickvolumen wird die Latenz spürbar. Wie wir das entscheiden, steht auf unserer Seite zu JTL Cloud und JTL-Wawi Cloud.
Du wartest auf die Browser-Wawi
Warten ist eine Entscheidung mit Preis. Ein Server, der in zwölf Monaten ersetzt werden müsste, wird nicht billiger, weil JTL ein MVP ankündigt, und ein Lager, das heute nach Zuruf läuft, wird im Browser nicht ordentlicher. Was sich lohnt, ist die Vorbereitung: Wer seine Daten, Workflows und Schnittstellen bis dahin aufgeräumt hat, zieht später um, statt zu sanieren. Und wer vorher mit der Wawi Cloud gearbeitet hat, kennt den Browser-Zugriff schon aus dem Alltag.
Checkliste: So bereitest du deinen Betrieb vor
- Auf JTL-Wawi 2.0 wechseln, falls noch nicht geschehen: vorher Testsystem aufsetzen, Workflows und Druckvorlagen prüfen, Versandschnittstellen auf DHL 4.0 und DPD umstellen.
- JTL ID anlegen und den JTL Hub einrichten: Organisation, Mitarbeitende, Rollen und Rechte. Zwei-Faktor-Authentifizierung und Passkeys gleich aktivieren.
- Workflows inventarisieren: Welche laufen, welche nicht mehr, welche hängen an PowerShell-Skripten oder Drittsystemen. Jeder Workflow bekommt einen Verantwortlichen.
- Schnittstellen und Datenbankzugriffe auflisten: Shop-Connector, Marktplätze, Buchhaltung, Dashboards, Lieferanten-Importe. Was heute direkt auf die SQL-Datenbank zugreift, braucht in der Cloud einen anderen Weg, etwa die Wawi-API.
- Artikel, Kunden und Lieferanten bereinigen: verwaiste Artikel, doppelte Kunden, Attribute ohne Funktion. Jeder Datensatz, der heute weg kann, muss später nicht migriert werden.
- Peripherie und Lager bewerten: Welche Hardware muss lokal bleiben, wie hoch ist das Pickvolumen, wie zuverlässig ist die Internetanbindung am Standort. Daraus ergibt sich, ob Hybrid, Wawi Cloud oder lokal die richtige Form bleibt.
Wo die Grenzen heute liegen
- Die Browser-Wawi ist angekündigt, nicht verfügbar. Entscheidungen über Server, Hosting und Lager sollten auf dem beruhen, was heute läuft.
- Die Plattform ist in der Open Beta: Apps können sich ändern, Funktionen fehlen noch, der App Store entsteht. Wir binden Betriebe in der Beta mit Augenmaß an und produktiv, sobald JTL freigibt.
- Preise und Editionsdetails der Plattform nennt JTL noch nicht. Kalkulierbar sind heute nur die Wawi-Editionen und die Pakete der Wawi Cloud.
- Lokale Hardware und JTL-WMS bleiben die Stellen, an denen Cloud-Setups scheitern oder langsam werden. Beides gehört vor jeder Entscheidung getestet, mit echten Aufträgen.
Die Warenwirtschaft im Browser ist angekündigt, und JTL hat mit Wawi 2.0, JTL ID, Hub und den ersten Apps die Grundlage dafür gelegt. Buchbar ist sie noch nicht. Bis dahin gibt es zwei sinnvolle Wege: die lokale Wawi auf 2.0 heben und Cloud-Apps dazunehmen, oder die Wawi in die JTL-Wawi Cloud umziehen, wenn der eigene Server ohnehin gehen soll. Beides bereitet auf die Browser-Wawi vor, wenn Daten, Workflows und Schnittstellen jetzt aufgeräumt werden. Als zertifizierter JTL-Servicepartner begleiten wir den Umstieg in die Cloud und sagen auch, wenn ein Lager besser lokal bleibt.
Dein nächster Schritt
Du willst wissen, ob dein Betrieb lokal, in der Wawi Cloud oder hybrid am besten fährt? Im Erstgespräch gehen wir Nutzer, Standorte, Hardware und Schnittstellen durch, mit Kosten über drei Jahre.
Gespräch anfragenQuellen
Häufige Fragen
Fragen zu: JTL Cloud ERP: Warenwirtschaft im Browser
Nein. JTL-Wawi Cloud ist die heutige Windows-Wawi auf einem von JTL gehosteten Server, erreichbar per Browser, Remote Desktop oder CloudAPP Launcher. JTL ERP Cloud ist die angekündigte Warenwirtschaft als Webanwendung im Browser, als MVP ab 2026 geplant und Stand Oktober 2026 nicht buchbar.
Ja. Die Cloud-Dienste bauen technisch auf JTL-Wawi 2.0 auf, ältere Versionen bekommen keine Verbindung. Der Cloud-Tunnel v1 wurde im Juni 2026 abgeschaltet.
Für die Plattform und die Browser-Wawi nennt JTL noch keine Preise; die Nutzung soll ab der Edition JTL Start möglich sein. Die gehostete JTL-Wawi Cloud kostet laut JTL 49,99 € (bis 2 Nutzer), 79,99 € (bis 4) oder 169 € (bis 9) netto im Monat, Enterprise auf Anfrage, zuzüglich der Wawi-Edition und 10,50 € je weiterem RDP-Benutzer.
Nach allem, was JTL bisher sagt, ja: Das Modell ist hybrid, die lokale Wawi bleibt bestehen und wird um Cloud-Apps ergänzt. Eine Ablösung hat JTL nicht angekündigt. Ältere Versionen als 2.0 erreichen allerdings nach einer Übergangszeit ihr End-of-Life.
In der JTL-Wawi Cloud mit Einschränkungen: Hardware wird über die Remote-Verbindung oder den CloudAPP Launcher angebunden, bei hohem Pickvolumen zählt die Latenz. Für die Browser-Wawi gibt es dazu noch keine Aussage von JTL. Deshalb testen wir Druck, Scan und Packtisch vor jedem Umzug mit echten Aufträgen.
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